Landtagswahl 2026: Acht Kandidaten für die Müritzregion im Wahlkreis 20
Landtagswahl: Acht Kandidaten für Müritzregion

Im Wahlkreis 20, der die Stadt Waren sowie die Ämter Malchow, Röbel-Müritz und Seenlandschaft Waren umfasst, bewerben sich acht Direktkandidaten um ein Mandat im Schweriner Landtag. Der Nordkurier hat sie zu ihren größten Herausforderungen, zur Gegenfinanzierung von Vorhaben und zu einem möglichen Kaffeeplausch mit einem Mitbewerber befragt.

Die Kandidaten und ihre Schwerpunkte

Nadine Julitz (SPD, 36 Jahre, Landtagsabgeordnete aus Waren) sieht den Fachkräftemangel als zentrale Herausforderung. Gesundheitswirtschaft und Tourismus seien starke Wirtschaftszweige der Region, die auf engagierte Menschen angewiesen seien. Notwendig seien beitragsfreie Kitas, gute Schulen, faire Löhne, bezahlbares Wohnen und ein funktionierender ÖPNV im ländlichen Raum.

Frank Müller (AfD, 40 Jahre, Immobilienkaufmann aus Waren) kritisiert einen Reformstau und fordert Bürokratieabbau, bezahlbaren Wohnraum und eine verlässliche Grundversorgung. Er spricht sich gegen ideologische Prestigeprojekte aus und will Steuergelder stärker in den Gemeinden belassen.

Finanzierung und Einsparpotenziale

Matthias Kagel (CDU, 48 Jahre, Landwirt aus Kargow) nennt Schul- und Bildungspolitik, Migrationspolitik, medizinische Versorgung und Wirtschaftspolitik als größte Aufgaben. Er plädiert für einen lichteren Fördermitteldschungel und konsequenten Bürokratieabbau, damit Gelder direkt bei Kommunen, Privaten und Unternehmen ankommen.

Lars Büttner (Die Linke, 46 Jahre, Koch und Betriebswirt aus Groß Plasten) fordert eine bessere Vernetzung von Krankenhausplanung, Niederlassungsförderung und kommunalen Gesundheitsangeboten. Beim ÖPNV sieht er den ILSE-Rufbus als guten Ansatz, der sich stärker an Alltagsbedürfnissen orientieren sollte. Er spricht sich für eine Vermögensteuer aus und will bei Gesundheit, Pflege, Bildung und Sozialem nicht sparen.

Energie, Verwaltung und Dialog

Joachim Stein (Bündnis90/Die Grünen, 79 Jahre, Bürgermeister a.D. aus Malchow) setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien wie Sonne, Wind und Sole. Die Wertschöpfung solle vor Ort entstehen und der erzeugte Strom energieintensiven Unternehmen zugutekommen. Er fordert eine moderne, effiziente Verwaltung und eine stärkere Beteiligung von Besserverdienenden.

Markus Kersten (FDP, 62 Jahre, IT-Berater aus Röbel) kritisiert die Kostenverteilung bei der Flüchtlingszuwanderung, bei der Kommunen auf Ausgaben sitzen blieben. Er lehnt Schulden und Steuererhöhungen ab und will Mecklenburg-Vorpommern für Unternehmen attraktiver machen, um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen zu erhöhen.

Torsten Behnke (BSW, 60 Jahre, Maschinenbauingenieur aus Torgelow am See) beklagt eine Demontage der öffentlichen Daseinsvorsorge und fordert Investitionen in Infrastruktur, Forschung, Bildung und Gesundheit. Er will Erträge der Erneuerbaren in den Kommunen belassen, Bürokratie abbauen und Pauschalzuweisungen an Kommunen einführen.

Sandra Weckert (Einzelbewerberin, 53 Jahre, Autorin und Coach aus Waren) setzt auf Zusammenarbeit statt Einzelkämpfertum. Sie will Doppelstrukturen und wirkungslose Projekte abbauen und Ausgaben an messbaren Ergebnissen ausrichten. Beim Kaffeeplausch würde sie sich mit allen Kandidaten gleichzeitig treffen, um gemeinsame Lösungen für konkrete Probleme im Wahlkreis zu finden.