Anna Glause hat im September ihre Ausbildung zur Friseurin in der „Haargalerie“ in Teterow begonnen. Die 19-Jährige ist damit die erste Auszubildende des Salons von Anne Stüber und zugleich die einzige Friseur-Azubine in der Stadt.
Vom Schraubenschlüssel zu Kamm und Schere
Eigentlich hatte Anna Glause zuvor kurz in eine Ausbildung zur Zweirad-Mechatronikerin hineingeschnuppert. In ihrer Freizeit hilft sie ihrem Freund beim Schrauben an Motorrädern. Doch dann kam der Kontakt zur „Haargalerie“ über ihren Freund: „Mein Freund ist immer zu ihr gegangen und hat sie mir empfohlen“, erinnert sich die 19-Jährige.
Sie habe sich von Anfang an wohlgefühlt, erzählt sie. Der Salon sei ruhig und gemütlich – ganz anders als Läden, in denen viele Friseure arbeiten und etliche Kunden gestylt werden. Also bewarb sie sich. Die Chemie zwischen ihr und ihrer Chefin stimmt: „Anne ist der Knaller“, sagt Anna Glause. „Sie bringt mir schnell viele Sachen bei.“ Schon jetzt hat sie Haaransätze gefärbt, Haare gewaschen und geföhnt sowie am Puppenkopf Tressen eingenäht.
Nachwuchs als Zukunftsinvestition
Anne Stüber legt großen Wert auf die Ausbildung von Nachwuchs. „Man muss Wissen für die Zukunft weitergeben“, erklärt die Friseurmeisterin. In Teterow, wo es mehr als sechs weitere Friseurläden gibt, ist Anna die einzige Auszubildende im Friseurhandwerk.
Stüber kann sich nicht vorstellen, dass niemand mehr das Handwerk erlernen möchte. Um Mitarbeiter und Azubis zu gewinnen, müsse man auf die Leute zugehen – etwa über soziale Medien oder eine Internetseite. „Die meisten Kunden kommen über TikTok zu mir“, sagt sie. Ein Online-Buchungssystem ermöglicht Terminbuchungen auch außerhalb der Öffnungszeiten. Ende August wurde sie dafür als „Digitales Unternehmen 2026/27“ ausgezeichnet.
Drei Jahre „Haargalerie“ – drei Jahre Action
Anne Stüber blickt auf drei Jahre Selbstständigkeit zurück: „Es fühlt sich immer noch so an, als ob man ganz am Anfang steht.“ Seit der Eröffnung 2023 hat sie ihr Angebot erweitert: Haarschmuck, Parfüm und Haarpflege-Produkte gehören zum Sortiment, ebenso Haarverdichtungen und Oberkopf-Verdichtungen. Dafür legen Kundinnen mitunter an die 200 Kilometer zurück. „Hier bekommen sie auch eine Beratung und es wird auf ihre Bedürfnisse eingegangen“, betont die Friseurmeisterin.