Gerhard Rummel, Ines Estedt und Franka Dietzsch wurden am Samstagvormittag auf dem Neubrandenburger Walk of Sport in der Innenstadt verewigt. Vor vielen interessierten Zuschauern wurden die Platten der drei Sportler in der Stargarder Straße präsentiert.
Ehrung für drei Sportgrößen
Gerhard Rummel wurde 1947 in Brandenburg (Havel) geboren. Zu DDR-Zeiten wurde er im Jahr 1975 Weltmeister im Zweier-Kajak. Die in Wolgast geborene Diskuswerferin Franka Dietzsch wurde in den Jahren 1999, 2005 und 2007 Weltmeisterin, die Triathletin Ines Estedt erreichte diesen Erfolg in den Jahren 1997 und 2002. Alle drei seien „eng mit der Sportstadt Neubrandenburg verbunden“, heißt es aus dem Rathaus.
Lob und Dankesworte
Henry Slomma, Vereinsvorsitzender vom SV Motor Süd Neubrandenburg, lobte in seiner Laudatio die Leistungen von Gerhard Rummel als Sportler und als Trainer. „Es ist auch ihnen zu verdanken, dass wir die Lust am Kanusport nie verloren haben“, sagte der Vereinsvorsitzende in Richtung seines ehemaligen Trainers. Gerhard Rummel sei ein ruhiger, väterlicher und fordernder Trainer gewesen.
„Sie hat sich immer selbst entschieden, wohin sie geht“, sagte der Neubrandenburger Stadtpolitiker Björn Bromberger in seiner Rede über die Triathletin Ines Estedt. Die Doppel-Weltmeisterin ist mittlerweile als Lehrerin in Boizenburg aktiv, ungefähr vier bis sechs Mal besuche sie die Vier-Tore-Stadt im Jahr. Diese sei ein wichtiges Puzzleteil in ihrem Leben. „Ich freue mich wirklich richtig dolle über die Plakette“, betonte sie. Die Triathletin nutzte die Chance und bedankte sich bei ihren Wegbegleitern, insbesondere die Rolle ihrer Eltern hob sie hervor. Ihre Platte wurde von der Nordkurier Füreinander gGmbH gesponsert.
Ein besonderes Motto
Astrid Kumbernuss, die schon im Jahr 2021 auf dem Walk of Sport verewigt wurde, lobte in ihrer Laudatio die großen Leistungen von Franka Dietzsch. Diese habe der Leichtathletik über Jahrzehnte ein Gesicht gegeben. „Der Weg nach oben war kein Selbstläufer“, sagte Astrid Kumbernuss über ihre langjährige Wegbegleiterin. Das Motto „Man muss den Diskus lieben, um ihn weit zu werfen“ habe Franka Dietzsch immer gelebt.
Franka Dietzsch selbst erzählte belustigt, dass sie sechs Jahre auf die Ehrung gewartet habe. „Ich habe es leider nicht geschafft, Olympiasiegerin zu werden“, sagte sie in Richtung von Astrid Kumbernuss, die 1996 Gold bei den Olympischen Spielen in Atlanta holte. Auch bei vielen anderen Wegbegleitern und ihrer Familie bedankte sich die ehemalige Diskuswerferin.
20 Sportler verewigt
Gespendet wurde ihre Platte von Privatpersonen, was laut dem Neubrandenburger Sport-Abteilungsleiter Martin Ramp eher ungewöhnlich sei. Der CDU-Staatsminister Philipp Amthor, der CDU-Politiker Frank Benischke und Freunde hatten das Geld für die Bronzeplatte aufgebracht. Der Bundestagspolitiker war auch selbst vor Ort. Die Ehrungen seien ein „tolles Zeichen“ für die Sportstadt Neubrandenburg, betonte Philipp Amthor. Die Region könne auf die drei ausgezeichneten Sportler stolz sein, stellte er fest.
Insgesamt sind nun 20 Sportler und Sportlerinnen auf dem Walk of Sport in der Neubrandenburger Innenstadt verewigt. Neben Gerhard Rummel, Franka Dietzsch und Ines Estedt sind auch Platten von Katrin Krabbe, Grit Breuer-Springstein, Andreas Dittmer, Rüdiger Helm, Astrid Kumbernuss, Carola Drechsler, Brigitte Köhn, Ilse Zeisler, Bernd Olbricht, Martin Hollstein, Sigrun Grau, Elfi Zinn, Christine Guth, Stefan Uteß, Anke Behmer, Anja Dittmer und Bärbel Köster zu finden.
Nächste Ehrungen 2027
Insgesamt sollen 35 Persönlichkeiten aus dem Sport geehrt werden. Die Reihe der Olympiamedaillengewinner ist seit dem vergangenen Jahr abgeschlossen, aktuell werden die Welt- und Europameister mit Verbindungen nach Neubrandenburg geehrt. Der Walk of Sport könnte eines Tages von der Innenstadt über das Stargarder Tor bis zum Sportgymnasium gehen. Wie genau das Konzept für den zweiten Abschnitt bis zum Sportgymnasium aussieht, steht derzeit noch nicht fest.
Die nächsten Ehrungen sollen im Frühjahr 2027 stattfinden. Dann erhalten die Triathletin Lena Meißner, der Kanufahrer Erik Rebstock und der im Jahr 2004 verstorbene Kanufahrer Thomas Zereske ihre Auszeichnungen. Ein genauer Termin steht aktuell noch nicht fest.