CSD Wismar: 1.700 fordern Schutz queerer Menschen
CSD Wismar: 1.700 fordern Schutz queerer Menschen

Rund 1.700 Menschen haben sich nach Polizeiangaben am Christopher Street Day (CSD) in Wismar beteiligt. Unter dem Motto „Wir wählen Liebe - Wismar will's wissen“ zogen sie am Nachmittag durch die Hansestadt. Es war erst der zweite CSD in Wismar.

Zweiter CSD in Wismar

Die Organisatoren teilten mit, dass Menschen in der Hansestadt zum zweiten Mal für queere Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und eine offene Gesellschaft auf die Straße gingen. Nach einer Kundgebung auf dem Marktplatz startete die Demonstration mit Musik und Reden. Unter den Teilnehmern waren nach Angaben der Polizei auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Bürgermeister Frank Junge (SPD) und Claudia Roth (Grüne). Zwischen Infoständen und Drag-Shows wurde sowohl demonstriert als auch gefeiert.

Forderungen der Teilnehmer

Die Teilnehmer forderten unter anderem den Schutz des Selbstbestimmungsgesetzes, den Ausbau von queeren Beratungsangeboten und mehr Kampf gegen queerfeindliche Gewalt.

„Wir zeigen heute Flagge für ein selbstbestimmtes, freies Leben von queeren Menschen“, erklärte Ministerpräsidentin Schwesig. Es gebe in und um Wismar eine lebendige, aktive Szene, die nicht nur diesen CSD präge, sondern auch queere Kulturtage, Treffpunkte, Beratungsstellen und Austauschmöglichkeiten.

Angriffe auf queere Menschen

„Es ist eine Errungenschaft unserer Gesellschaft, dass queere Menschen offen leben können“, betonte die Regierungschefin. Dafür hätten viele Menschen mutig gekämpft. „Das lassen wir uns nicht nehmen.“ Jeder Angriff auf Menschen, die queer lebten, sei ein Angriff auf das respektvolle demokratische Miteinander.

Wenn Bürgermeister sich zum Rücktritt gezwungen sehen würden, weil sie wegen ihrer sexuellen Orientierung Hass und Hetze erlebten oder Menschen beim CSD angepöbelt oder angegriffen würden, dann seien das Angriffe, die alle angingen. „Wir in Mecklenburg-Vorpommern sind offen für Vielfalt in der Gesellschaft. Hass, Diskriminierung und Rechtsextremismus dürfen in unserem Land keinen Platz haben.“

Ursprung des CSD

Der Christopher Street Day geht auf Aufstände von 1969 zurück. Damals hatten sich Feiernde in einer beliebten Homosexuellen-Bar in der Christopher Street in New York gegen eine Polizei-Razzia gewehrt. Zum ersten Jahrestag der Auseinandersetzungen zogen etwa 4.000 Menschen durch New York und forderten Gleichberechtigung - heute erinnert der jährliche Christopher Street Day (CSD) weltweit daran.