Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat die Kritik am Wahlkampf ihrer Spitzenkandidatin Manuela Schwesig zurückgewiesen. Generalsekretär Julian Barlen warf der CDU vor, überall nach Gründen für ihre schlechten Umfragewerte zu suchen, nur nicht bei sich selbst.
Vorwürfe von CDU und Grünen
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte Schwesig zuvor vorgeworfen, mit einem stark auf sich selbst zugeschnittenen Wahlkampf die politische Mitte insgesamt zu schwächen. Grünen-Chef Felix Banaszak äußerte sich ähnlich: „Die Mehrheit für Rot-Rot-Grün ist zum Greifen nah, aber Manuela Schwesig setzt darauf, dass alle, die die AfD verhindern wollen, zu ihr kommen - und riskiert damit bewusst, dass CDU oder Grüne aus dem Landtag fallen.“
Barlen konterte in einer Mitteilung: „Wir setzen im Wahlkampf auf Landesthemen: auf Wirtschaft und Arbeitsplätze, auf Kitas und Schulen und auf einen starken sozialen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern. Und wir kämpfen dafür, dass Manuela Schwesig unsere Ministerpräsidentin bleibt.“ All das sei seit vielen Wochen überall im Land sichtbar.
Warnungen vor unklaren Mehrheiten
Banaszak warnte vor Chaos: „Ohne klare demokratische Mehrheiten gibt es Chaos. In Sachsen-Anhalt haben wir jetzt den Salat. Auf den ersten Blick sieht es in Mecklenburg-Vorpommern anders aus, aber auch hier drohen unklare Verhältnisse.“
Auch das MV-CDU-Urgestein Eckhardt Rehberg warf Schwesig Polarisierung im Wahlkampf vor. Das sei Grund für die bedrohliche Schwäche der CDU, erklärte er. Die Union lag in jüngsten Wahlumfragen nur noch bei 7 Prozent und damit nahe an der 5-Prozent-Hürde. Die Grünen liegen in Umfragen bei 5 Prozent.
Die Grünen-Co-Bundeschefin Franziska Brantner warnte in der „Augsburger Allgemeinen“: „Ein Wahlsieg von Manuela Schwesig ist wertlos, wenn die Grünen nicht in den Landtag einziehen.“ Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September statt.