Zum zweiten Mal verwandelte sich die Wiese im Boizenburger Stadtpark in einen Kinosaal unter freiem Himmel. Für Paula Schmahl war damit eine Idee zurückgekehrt, die schon bei ihrer Premiere viele Besucher begeistert hatte. „Letztes Jahr waren ja wirklich 150 Leute da. Es war proppenvoll“, erinnerte sich die Sachgebietsleiterin für Jugend, Sport, Kultur und City Management. Dass der Andrang diesmal zunächst geringer ausfiel, führte sie auch auf das Wetter der vergangenen Tage zurück.
Aus einem Versuch wurde eine Fortsetzung
Die Idee für das Open-Air-Kino hatten Jugendliche im Rahmen des Programms „Jugend entscheidet“ auf den Weg gebracht. Die Stadt griff den Wunsch auf und setzte ihn 2025 erstmals um. Die Resonanz machte Mut für eine Fortsetzung. „Es wurde gesagt: gerne wieder. Und dann haben wir gesagt, gut, dann versuchen wir das doch“, erklärte Schmahl.
Auch Bürgermeister Rico Reichelt begrüßte die Rückkehr. „Uns war es wichtig, dass das Open-Air-Kino wieder durchgeführt wird.“ Der Abend im Stadtpark wurde über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Zugleich sollte die ehrenamtliche Arbeit der Stadtparkfreunde stärker ins Blickfeld rücken. „Wir wollen unser Juwel bekannter machen“, sagte Reichelt.
Jugendliche wählten die Filme aus
Welche Filme gezeigt wurden, entschied das Jungforum der Stadt innerhalb vorgegebener Rahmenbedingungen. Paula Schmahl begleitet dessen Treffen gemeinsam mit Felix Nagel von der Fachstelle des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Neu war ein zweiter Kinoabend im Naturerlebnisbad Schwartow. „Hier ging es darum, auch Schwartow als Ortsteil zu unterstützen“, erklärte Reichelt. Finanziert wurde er aus dem Preisgeld, das Boizenburg für die Auszeichnung als kinder- und jugendfreundliche Gemeinde des Landkreises Ludwigslust-Parchim erhalten hatte.
Das Kino kam im Kleinbus
Das SubaLi Wanderkino reiste mit einem umgebauten Subaru Libero an. Aus einer Idee während der Coronazeit entwickelte sich ein Kulturprojekt, das inzwischen durch Deutschland und darüber hinaus unterwegs ist. Hinter dem Wanderkino steht der Verein „Filmscheune“. Leinwand und Projektionstechnik reisen mit, der jeweilige Ort wird zum Kinosaal unter freiem Himmel.
Ob es 2027 eine dritte Auflage geben wird, ist noch offen. Entscheidend seien Fördermöglichkeiten und die Resonanz, erklärte Schmahl. Auch die Filmauswahl und die erreichten Zielgruppen sollen ausgewertet werden.
Aus einer Idee von Jugendlichen ist damit mehr als ein einmaliger Versuch geworden. Von einer festen Tradition wollte noch niemand sprechen, doch das Wanderkino hat in Boizenburg eine Fortsetzung gefunden.