Kita Mischka: Seit einem Jahr ohne Küche und Sportraum wegen Schimmel
Kita Mischka: Seit einem Jahr ohne Küche und Sportraum

Seit über einem Jahr können die Kinder und Mitarbeiter der Awo-Kita „Mischka“ in Neustadt-Glewe ihre Kellerräume nicht nutzen. Die Räume wurden im Oktober 2025 wegen Schimmelbefalls gesperrt. Ein Gutachten, das die Grundlage für die Sanierung bilden soll, liegt bislang nicht vor.

Schimmel im Keller entdeckt

Der Keller der Kindertagesstätte sei schon immer etwas feucht gewesen, erklärt Stephanie Lohse vom Elternbeirat. Vor einem Jahr entdeckten sie und andere dann Schimmel in den Kellerräumen und meldeten das dem Träger, der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband (Awo) Ludwigslust.

Nach einer Begehung mit Vertretern des Gesundheitsamtes des Landkreises, der Awo Ludwigslust, der städtischen Wohnungsbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (Wobau) sowie Bürgermeister Steffen Klieme wurden die Kellerräume im Oktober 2025 vom Landkreis gesperrt. Fenster und Kellereingang wurden umgehend abgedichtet, sodass weder betroffene Räume betreten noch Sporen entweichen können.

Kostenschätzung von 200.000 Euro

Gleichzeitig wurden Sachverständige und Gutachter beauftragt, die Kosten für ein „tragfähiges Sanierungskonzept“ zu ermitteln. Auf Grundlage der Untersuchungen und in Abstimmung mit dem Landkreis erfolgte im März 2026 die Genehmigung. Im April wurde der Verwaltung eine Kostenschätzung in Höhe von 200.000 Euro übermittelt.

In der Sitzung der Stadtvertretung im Mai hieß es, einer Freigabe der Mittel stehe nichts im Wege, allerdings sei eine Absicherung notwendig, gutachterlich festzustellen, dass die veranschlagten Kosten ausreichen würden. Einstimmig wurde beschlossen, dass dieses Gutachten im Vorfeld einzuholen sei, die 200.000 Euro aber trotzdem gesetzt sind.

Gesundheitsrisiko ausgeschlossen

Da die Awo als Träger verpflichtet ist, die Gesundheit von Kindern, Mitarbeitern und Eltern zu garantieren, hatte sie für die Räumlichkeiten außerhalb des abgedichteten Kellers zusätzlich ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: keine Gefährdung.

Seither müssen die 82 Kinder der Kita auf wichtige Räumlichkeiten verzichten: keine separate Umkleide, kein Esszimmer, keine Küche und kein Raum für sportliche Betätigungen. „Im Sommer war der Sport kein großes Problem, da wir mit den Kindern raus konnten, doch jetzt kommen die kalten Tage“, so Stephanie Lohse.

Verzögerung durch krankheitsbedingte Ausfälle

Das Gutachten liegt wegen krankheitsbedingter Ausfällen bislang nicht vor, wodurch sich die Sanierung verzögert. Bei Elternbeirat und Beschäftigten hat das großen Unmut ausgelöst: „Wir fühlen uns im Stich gelassen, auf gut Deutsch, verarscht“, monierte Stephanie Lohse jüngst bei der Sitzung der Stadtvertretung.

Was für andere Kindertagesstätten selbstverständlich sei, fehle den Kindern im Alltag. Für Kinder, Erzieher und Eltern bedeute das eine besondere Herausforderung, die nicht ewig zu meistern sei. Die Verwaltung solle zumindest über den Winter räumliche Möglichkeiten für die sportliche Betätigung schaffen und den Austausch mit dem Elternbeirat pflegen.

Nach den Herbstferien soll ein aktuelles Gutachten die tatsächlichen Kosten und Möglichkeiten ermitteln, sodass die Sanierung zeitnah umgesetzt werden kann. „Ich bin zugegebenermaßen im Moment sehr froh über die Initiative des Landkreises. Wir warten jetzt auf das Gutachten, sobald dieses vorliegt, werden wir uns an einen großen runden Tisch setzen und die Maßnahmen besprechen“, erklärt Kerstin Ohlendorf, Geschäftsführerin der Awo Ludwigslust.