Mysteriöse Erdwälle in der Schwinzer Heide: Bundeswehr-Schießstand?
Erdwälle in der Schwinzer Heide: Bundeswehr-Schießstand?

In der Schwinzer Heide bei Dobbertin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) sind auf Satellitenfotos ungewöhnliche, sandfarbene Strukturen zu erkennen. Mehrere lange, schnurgerade und offenbar von Erdwällen getrennte Bahnen durchziehen das Gelände. Die hellen Muster stechen in der grün-bräunlichen Natur- und Waldlandschaft deutlich hervor. Die Redaktion wurde auf die Aufnahmen aufmerksam gemacht.

Genehmigung für neuen Schießstand erteilt

Die Strukturen passen zu einem Schießstand-Projekt, das für den „Standortübungsplatz Karow“ beantragt wurde. Laut einer Bekanntmachung des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (Stalu) erhielt die Bundeswehr 2023 die Genehmigung für Errichtung und Betrieb eines neuen Schießstandes. Geplant sind vier rund 250 Meter lange Bahnen für Gewehrschießen sowie fünf Kurzstände für Pistolenübungen auf Distanzen bis 25 Meter. Zu den Bauelementen gehören bis zu 3,5 Meter hohe Seitenwälle, die verhindern sollen, dass Geschosse oder Querschläger die Bahn seitlich verlassen.

Vom Boden aus ist von dem Projekt wenig zu sehen: grasbewachsene Fläche, eine mobile Toilette, einige Gebäudestrukturen und eine sandige Zufahrt. Ein Schild warnt: „Militärischer Sicherheitsbereich. Schieß- und Übungsbetrieb. Unbefugtes Betreten des Platzes ist verboten und wird strafrechtlich verfolgt.“

Anlage noch nicht in Betrieb

Die wallartigen Elemente auf dem Satellitenfoto ähneln in Größenordnung und Anordnung den beschriebenen Schießbahnen. Eine Sprecherin der Flugabwehrraketengruppe 21 in Sanitz (Landkreis Rostock) teilte auf Anfrage mit, dass die Anlage noch nicht in Betrieb sei. Zu Fragen der Genehmigung und zum aktuellen Baustand verwies sie an das Staatliche Amt für Umwelt.

Der Übungsplatz liegt in der Verantwortung des Sanitzer Verbandes. Die Soldaten gehören zu den Flugabwehrspezialisten der Bundeswehr und können mit dem Waffensystem „Patriot“ Raketen, Flugzeuge und Marschflugkörper in bis zu 68 Kilometern Entfernung zerstören. Auf dem Gelände trainieren sie jedoch andere Fähigkeiten: „Der Standortübungsplatz wird überwiegend für die Kfz-Ausbildungen genutzt“, so die Sprecherin. Auch andere Einheiten üben dort. Vor wenigen Tagen fand „das erste Mal eine großangelegte Brandschutzübung“ mit der zivilen Feuerwehr statt.