Rewe-Märkte in Neubrandenburg: Kein Feuerwerk zu Silvester
Rewe in Neubrandenburg verkauft kein Feuerwerk mehr

In zwei Rewe-Märkten in Neubrandenburg wird es zum Jahreswechsel 2026/2027 erstmals keine Silvesterraketen und Böller geben. Das kündigte Inhaberin Kerstin Holz an. Die Märkte in der Oststadt und an der Neustrelitzer Straße sind betroffen.

Tierschutz und wirtschaftliche Überlegungen

Holz begründet den Schritt mit ihrer privaten Überzeugung: „Die Böllerei ist überholt und zudem wahnsinnig teuer.“ Sie habe selbst viele Tiere aus dem Tierschutz, die unter der Knallerei litten. Auch wirtschaftlich habe sich der Verkauf zuletzt nicht mehr gelohnt: „Wir haben viel Feuerwerk übrig behalten.“

Wie viel Umsatz durch den Verzicht wegfällt, kann Holz nicht beziffern. Die frei werdenden Flächen will sie künftig für andere Produkte nutzen.

Reaktionen in sozialen Netzwerken

Den Schritt kündigte der Markt in einem Video in den sozialen Netzwerken an. Darin heißt es, die Entscheidung sei bewusst gefällt worden. Feuerwerk sei zwar schön anzusehen, Tiere, kleine Kinder und ältere Menschen könnten darunter jedoch extrem leiden.

In den Kommentaren überwiegt der Zuspruch. Eine Nutzerin schreibt: „Meine Katze & ich freuen uns.“ Andere hoffen, dass weitere Märkte nachziehen. Es gibt aber auch kritische Stimmen: „Dann zu Edeka“, kündigt ein Kommentator an.

Leises Feuerwerk bleibt im Sortiment

Ganz ohne Silvesterartikel bleiben die beiden Geschäfte nicht. In kleinerem Umfang werde es weiterhin geben, was Holz als „leises Feuerwerk“ bezeichnet – beispielsweise Tischknaller. Wer Raketen und Böller sucht, muss sich an andere Händler wenden.

Holz erlebt die bisherigen Reaktionen zum Großteil als positiv. Auch ihre Mitarbeiter stünden voll hinter dem Schritt. Sie lobt zudem die Rewe-Gruppe: „Ich bin dankbar, dass die Rewe das mitbegleitet, dass wir die Wahl hatten.“

Für ihre beiden Märkte ist der Verzicht eine Premiere. „Es ist für uns auch ein Test, zu sehen, wie die Leute das finden.“ Deshalb habe sie die Entscheidung früh bekannt machen wollen. Ob weitere Händler vor Ort verzichten, kann sie nicht sicher sagen.

Andere Händler haben es vorgemacht

Mit dem freiwilligen Verzicht steht Holz bundesweit nicht allein. Im Stralsunder Edeka-Center Eggert in Andershof fiel vor einigen Wochen ebenfalls eine Entscheidung gegen den Feuerwerksverkauf in diesem Jahr: Zwei Drittel der befragten Mitarbeiter hatten sich dagegen ausgesprochen. Auch einzelne Rewe-Kaufleute gingen diesen Weg schon vor Jahren. Die Betreiber der beiden Rewe-Feldkamp-Märkte in Duisburg berichteten der WAZ Ende 2023, bereits seit fünf Jahren aus Umwelt- und Tierschutzgründen auf Feuerwerk zu verzichten.

In Neubrandenburg gab es einen Verkaufsverzicht bereits in einer anderen Branche: Zum Jahreswechsel 2022/2023 boten die beiden Obi-Märkte, der zu Toom gehörende B1-Markt und der Hagebaumarkt keine Böller und Raketen an. Hintergrund waren Entscheidungen der Unternehmen zum Schutz von Umwelt und Tieren. Die Reaktionen fielen damals allerdings weniger freundlich aus: Mitarbeiterinnen berichteten dem Nordkurier von Beschwerden und Kunden, die nach der Auskunft über das fehlende Feuerwerk gleich wieder umkehrten.

In Neubrandenburg will Holz nun eigene Erfahrungen sammeln. Sie verweist auf die „stille Stunde“, die in ihren Märkten bereits gut angenommen werde. Dabei werden Musik, Durchsagen und andere Reize im Markt reduziert, um Menschen mit besonderer Geräuschempfindlichkeit den Einkauf zu erleichtern. Auch beim Feuerwerksverzicht ist sie optimistisch: „Jetzt ist ein Anfang gemacht.“