AfD-Politikerin stellt brisante Fragen zum Gießerei-Aus in Ueckermünde
AfD-Politikerin stellt brisante Fragen zum Gießerei-Aus

Die AfD-Landtagsabgeordnete Inken Arndt aus Ueckermünde hat Zweifel daran, dass die Schließung der Gießerei Ueckermünde wirklich überraschend kam. Sie gibt die Annahmen von Mitarbeitern wieder, die eine lange geplante Abwicklung des Standortes vermuten.

Arndt hatte bei der Landtagswahl am 20. September den Wahlkreis Ueckermünde direkt gewonnen. Nur wenige Tage nach der Wahl verkündete die Gießerei das Aus: 320 Arbeitsplätze sollen bis zum Jahresende wegfallen.

Mitarbeiter vermuten lange geplante Schließung

„Wir haben sofort eine Mahnwache ins Leben gerufen“, sagt Arndt, die häufig mit Beschäftigten der Gießerei spricht. Immer wieder hört sie dabei den Vorwurf: „Viele Mitarbeiter glauben, dass die Schließung schon länger geplant war und keineswegs so überraschend kam, wie behauptet.“

Arndt kommt es seltsam vor, dass ihr Wahlkreisvorgänger Patrick Dahlemann (SPD) nur wenige Tage vor der Landtagswahl gemeinsam mit Wirtschaftsminister Wolfgang Blank (parteilos) bei einer Werksführung in der Gießerei war und dabei nichts über die schlechte Wirtschaftslage bekannt gewesen sein soll. „Ich kann nicht beurteilen, ob die Geschäftsführung wirklich nichts hat durchblicken lassen. Aber dass die Firma erst danach in Schieflage geraten ist, das glaube ich nicht.“

Vorproduktion und zusätzliches Lager

Arndt berichtet von einer stark angehobenen Produktion vor drei Monaten: „Es hieß, der Kunde wünsche sich volle Lager.“ Sie spricht von Sonntagsschichten, die vorher nicht üblich waren, und einem extra angemieteten Lager in Stavenhagen, in dem vorproduzierte Teile gelagert wurden. „Da liegt doch der Verdacht nahe, dass eine Vorproduktion stattgefunden hat“, sagt Arndt.

Gießerei-Geschäftsführer Sebastian Simon bestätigt auf Nordkurier-Nachfrage die Anmietung einer zusätzlichen Lagerhalle in Stavenhagen: „Hintergrund war, dass wir die auslastungsoptimierende Fahrweise fortgesetzt haben und für kurzfristig zu erwartende Anstiege in Kundenabrufen lieferfähig bleiben wollten.“

Er dementiert hingegen zusätzliche Sonntagsschichten. Seiner Aussage nach würden am Sonntag lediglich bei Bedarf Wartungsarbeiten durchgeführt sowie das Anheizen der Öfen für die Montagsproduktion gestartet. Simon weist außerdem die Behauptung zurück, es würden bereits Geräteteile oder ganze Geräte abgebaut.

Arndt will gute Konditionen erreichen

Laut Arndt sehe es danach aus, dass der Konzern Aequita die Gießerei in Ueckermünde von Anfang an gekauft habe, um den Standort abzuwickeln. Die Übernahme erfolgte im Sommer 2025.

Anliegen von Arndt ist es, die Kündigungen so lange wie möglich hinauszuzögern und möglichst gute Konditionen für die Betroffenen zu erreichen. In der AfD-Fraktion wird sie den Petitionsausschuss als Zuständigkeit übernehmen. „Darüber bin ich sehr froh, denn die Anliegen der Menschen sind mir besonders wichtig“, sagt sie.

Wer ihr Wahlkreismitarbeiter wird, möchte sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Fest stehe jedoch, dass das Wahlkreisbüro in Torgelow schließt. Sie wird ihr Büro direkt am Markt in Ueckermünde eröffnen. „Das macht auch von der Entfernung zum nächsten Büro in Pasewalk mehr Sinn“, so Arndt.