Nach jahrzehntelangen Planungen hat die Rostocker Bürgerschaft den Weg für die Ansiedlung eines zweiten Höffner-Möbelhauses und einer Decathlon-Filiale freigemacht. In der September-Sitzung stimmte das Gremium der Aufstellung des Bebauungsplans für das rund 11,6 Hektar große Areal in Schutow zu. Zwischen McDonald's und Ikea plant Höffner ein weiteres Möbelhaus, auch der französische Sportartikelhersteller Decathlon will sich dort niederlassen.
Investition von bis zu 80 Millionen Euro
Die Krieger-Gruppe, zu der Höffner gehört, will bis zu 80 Millionen Euro in den neuen Standort investieren, wie Höffner-Gründer Kurt Krieger vor einem Jahr nannte. Vorgesehen sind ein Möbelhaus mit 24.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie ein Sportfachmarkt mit maximal 4000 Quadratmetern. Die Pläne laufen seit rund 25 Jahren.
Nicht alle Bürgerschaftsmitglieder unterstützten das Vorhaben am Stadtrand. Dr. Carsten Penzlin von den Linken kritisierte, dass Kundenströme aus der Innenstadt gelenkt würden – obwohl mit verschiedenen Maßnahmen versucht werde, genau diese zu stärken.
Kritik an Kundenströmen und Konkurrenzdruck
„Wer von außerhalb nach Rostock kommt, aber auch die Einwohner aus dem Nordosten oder dem Nordwesten finden alles, was sie brauchen vor oder knapp hinter den Toren Rostocks. Sie müssen gar nicht in die Innenstadt. Und diesen Trend, den sollten wir umkehren, soweit es für uns möglich ist“, sagte Penzlin mit Blick auf die Einkaufscenter, die weiterhin unter der Kaufzurückhaltung der Kunden leiden.
Toralf Sens, Vorsitzender der SPD-Fraktion, hielt dagegen: Der „lange Prozess“ zwischen Stadt und Land habe die Auswirkungen abgewogen und untersucht. Der Konkurrenzdruck zur Innenstadt sei „eher marginal“. Der B-Plan erweitere zudem das Sortiment „im Sportbereich, wo wir in Rostock eine Lücke haben als Stadt des Sports“. Die große Mehrheit der Bürgerschaft stimmte dem Beschluss zu.
Pläne seit den 1990er-Jahren
Die Pläne für ein weiteres Möbelhaus an der B105 neben dem bestehenden Höffner in Bentwisch reichen bis in die 1990er-Jahre zurück und wurden seitdem angepasst. Ursprünglich war eine Ansiedlung mit Baumarkt vorgesehen, bevor Decathlon hinzukam. Bei planmäßigem Verlauf könnte das Vorhaben 2028 real werden, hieß es Anfang des Jahres, als die Pläne im Ortsbeirat Evershagen vorgestellt und die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung stattfand.