Im Prozess gegen ein Ehepaar vor dem Landgericht Rostock belasten zwei Zeugen die angeklagte Frau. Sie soll von den 260 Kilogramm Kokain an Bord der Segeljacht gewusst haben. Der Ehemann hat den Schmuggel bereits gestanden, die Frau bestreitet die Vorwürfe.
Informant führte Polizei auf die Spur
Ein Kontaktmann der Polizei hatte die Behörden auf das Paar aufmerksam gemacht. Er berichtete von dem Plan des 59-Jährigen, Kokain von Südamerika nach Deutschland zu bringen. Die Überfahrt über den Atlantik soll etwa vier Wochen gedauert haben.
Der Informant erschien nicht persönlich vor Gericht, da seine Identität geschützt werden muss. Ein VP-Führer der Polizei beantwortete stattdessen die Fragen des Gerichts. Er betreut solche Kontaktpersonen während eines Einsatzes. Nach seiner Einschätzung wusste die Angeklagte von den Schmuggelplänen. „Sie war von Anfang an eingeweiht“, sagte der Beamte vor Gericht.
Sohn berichtet von Finanzen der Mutter
Am Freitag sagte der Sohn der Angeklagten aus. Er berichtete, dass seine Mutter zeitweise kaum von ihrem Onlineshop leben konnte. „Ich musste ihr einmal 40 Euro überweisen, damit sie sich Sprit leisten konnte“, sagte er. Später habe sich ihre finanzielle Situation deutlich verbessert. Unter anderem habe sie eine Rechnung für das Haus in Höhe von 80.000 Euro in bar bezahlt.
Während der Aussage drehte die Angeklagte ihrem Sohn den Rücken zu. Nach seinen Angaben haben die beiden inzwischen keinen Kontakt mehr.
260 Kilogramm Kokain sichergestellt
Der geplante Schmuggel scheiterte am 8. August 2025. Portugiesische Behörden stoppten das Ehepaar mit seiner etwa 14 Meter langen Segeljacht vor den Azoren. An Bord wurden rund 260 Kilogramm Kokain gefunden. Der Wert der Drogen wird auf etwa 16 Millionen Euro geschätzt.
Ob und in welchem Umfang die Angeklagte von dem Kokaintransport wusste, muss das Landgericht Rostock klären. Das Verfahren soll Ende September fortgesetzt werden.