Die Stadt Ludwigslust prüft, ob bestimmte Bereiche ihrer Verwaltung perspektivisch mit dem Amt Ludwigslust-Land zusammengelegt werden können, um Kosten zu sparen. Ein entsprechender Beschluss der Stadtvertretung vom 7. Oktober beauftragt Bürgermeister Stefan Pinnow, auf das Amt zuzugehen und bis spätestens 30. Juni 2027 Ergebnisse vorzulegen.
Drei Kernbereiche im Fokus
Laut Fraktionsvorsitzendem Heiko Böhringer (Fraktion Aufbruch) geht es dabei nicht um eine Fusion, sondern um drei Kernbereiche: Personal, Standorte und IT-Infrastruktur. „Keiner hat Geld in der Kasse und daher müssen wir jetzt alle Möglichkeiten zum Sparen prüfen“, so Böhringer. Er sieht großes Potenzial in der Zusammenarbeit mit dem Amt Ludwigslust-Land: „Die Zeit ist reif für eine gemeinsame Arbeitsebene. Beide machen das gleiche, da liegt es nahe zu hinterfragen, was effektiver und kostengünstiger ist.“
Der leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Ludwigslust-Land, Henning Porsch, zeigt sich grundsätzlich offen: „Ich bin da grundsätzlich offen für alles, aber es müssten sich schon Synergieeffekte ergeben.“ Er freue sich auf den Austausch mit Bürgermeister Pinnow, habe aber Bedenken bezüglich der Machbarkeit.
Arbeitsplätze, Auslastung und Homeoffice
Laut Böhringer solle geprüft werden, inwiefern die Angestellten aktuell wirklich ausgelastet seien und welche Stellen unter Berücksichtigung des demografischen Wandels weiterhin Bestand haben müssen. „Wo gleiche Aufgaben sind, müssen Stellen zusammengelegt werden.“ Dies hätte den Vorteil, auf weniger Büroräume angewiesen zu sein.
Der Antrag der Fraktion Aufbruch fordert eine Bewertung, „ob durch abgestimmte Nutzung von Verwaltungsgebäuden, Zusammenlegung von Funktionsbereichen oder gemeinsame Infrastruktur wirtschaftliche Vorteile entstehen. Einschließlich: Raumnutzung, technische Ausstattung, Energieeffizienz, Standortoptimierung.“ Homeoffice werde laut Böhringer aktuell kaum noch praktiziert und allein dadurch könne man einiges an Geld sparen. „Während Corona haben wir gesehen, wie Homeoffice oder die Arbeit in Wechselbüros funktionieren kann. Warum sollte man das nicht wieder vermehrt tun?“, fragt Böhringer. Das Argument der größeren Ablenkung im Homeoffice lässt er nicht gelten: „Das Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter sollte gerade bei hoheitlichen Aufgaben eigentlich gegeben sein.“
Digitalisierung und IT-Infrastruktur
Eigenständige IT-Lösungen wie die des Amtes Ludwigslust-Land seien unwirtschaftlich. Der Beschluss fordert eine Prüfung, ob diese „perspektivisch zusammengeführt, abgestimmt oder wirtschaftlich optimiert werden können. Einschließlich: Hardware, Lizenzen, Support, digitale Bürgerdienste.“
Henning Porsch sieht das kritisch: „Wir haben getrennte Systeme und unseres funktioniert für unsere rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut.“ Die Verknüpfung könne bei manchen Prozessen vielleicht funktionieren, aber die Integration in das System der Stadt Ludwigslust sei keine Möglichkeit. „Das wäre nur möglich mit einer Amtsfusion.“
Ludwigsluster Sparpotenzial
Im Vordergrund steht der nötige Sparkurs. Vorerst geht es laut Böhringer erst einmal darum, bis Juni 2027 herauszufinden, ob überhaupt Sparpotenziale bestehen. „Wenn die Ergebnisse kaum Kosteneinsparung für beide Seiten bringen, lohnt sich das auch nicht. Aber durch den Beschluss wird jetzt geprüft und nicht nur darüber geredet.“