Bundeswehr bleibt: Systemzentrum 24 verbleibt dauerhaft in Trollenhagen
Bundeswehr bleibt: Systemzentrum 24 verbleibt in Trollenhagen

Das Systemzentrum 24 der Bundeswehr bleibt dauerhaft in Trollenhagen bei Neubrandenburg. Die bislang vorgesehene Verlegung nach Laage wird aufgegeben. Für den lange zur Schließung vorgesehenen Standort ist das die zweite Entscheidung innerhalb weniger Wochen, die seine Zukunft sichert. Das geht aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Sebastian Hartmann, vom 15. Oktober hervor, das der Redaktion vorliegt.

Technik bleibt am Standort

Das Systemzentrum 24 ist auf die Instandsetzung bodengebundener Radar-, Informations-, Funk- und Kommunikationssysteme spezialisiert. Vereinfacht gesagt: In Trollenhagen wird Technik repariert, die die Bundeswehr zum Aufklären und zum Austausch von Informationen braucht.

Dass diese Aufgabe in Trollenhagen bleibt, hängt mit dem neuen Heimatschutzbataillon 141 zusammen. Dessen Stationierung hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius am 26. August beschlossen. „Aus funktionalen und wirtschaftlichen Gründen ist nun ein Verbleib des Systemzentrum 24 in Trollenhagen geboten“, heißt es in Hartmanns Schreiben.

Standortplanung wächst

Der geplante Umfang des Standortes steigt dadurch um rund 175 auf insgesamt rund 440 Dienstposten. Das bedeutet allerdings nicht, dass jetzt 175 zusätzliche Menschen nach Trollenhagen kommen: Die Zahl beschreibt die veränderte Standortplanung durch den Verbleib des Systemzentrums. Wie viele Dienstposten derzeit tatsächlich besetzt sind, geht aus dem Schreiben nicht hervor. In Laage sinkt der geplante Umfang entsprechend von rund 1390 auf rund 1215 Dienstposten.

Lange Verlegungsplanung beendet

Die Entscheidung beendet eine lange Verlegungsplanung. Bereits im Oktober 2011 hatte der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr entschieden, den Standort Trollenhagen aufzugeben. Das Systemzentrum sollte deshalb nach Laage umziehen.

2013 gab die Luftwaffe den Fliegerhorst auf. Der Flugplatz wird seitdem zivil genutzt, während die Bundeswehr Teile der Kasernen weiter nutzte. Die vollständige Schließung blieb jahrelang ein Thema. Mit dem Heimatschutzbataillon wird Trollenhagen nun wieder offiziell als Bundeswehrstandort geführt. Der Verbleib des Systemzentrums festigt diese Perspektive.

Heimatschutz neu angesiedelt

Für das Bataillon hatte ein Sprecher des Heeres dem Nordkurier im September rund 180 Dienstposten und die Aufstellung zum 1. Oktober angekündigt. Die Einheit soll Reservistinnen und Reservisten aus Mecklenburg-Vorpommern eine militärische Heimat bieten. Zum Heimatschutz gehören unter anderem der Schutz verteidigungswichtiger Infrastruktur, Ausbildung und Katastrophenhilfe.

Welche Bauarbeiten für die künftige Nutzung der Kasernen notwendig werden und wann der geplante Personalumfang erreicht werden soll, bleibt in dem Ministeriumsschreiben offen. Auch eine Wiederaufnahme des militärischen Flugbetriebs wird darin nicht angekündigt.