Die Stadt Schwerin möchte auf der Insel Kaninchenwerder mit dem Unternehmer Daniel Schmidt weitermachen. Hinter den Kulissen wird an einem Pachtvertrag gearbeitet. Schmidt, der die Insel derzeit auf Basis einer befristeten Vereinbarung bewirtschaftet, soll auch künftig Pächter bleiben. Nach Ansicht der Stadt hat er in der Saison 2026 gezeigt, dass er dem Areal neues Leben geben kann.
Stadt saniert Denkmal für Gastronomie
Auf der Insel ist der Wandel bereits sichtbar. Seit Wochen lässt die Stadt das denkmalgeschützte Gebäude für einen neuen gastronomischen Betrieb herrichten. Die Investitionen belaufen sich auf 700.000 Euro. Kurz vor der Fertigstellung steht die einst baufällige Terrasse. „Wir gehen davon aus, dass wir im November das Projekt abschließen“, sagt Sabine Roller vom städtischen Betrieb SDS. Die Sanierung ist nicht einfach, die Bausubstanz gilt als schwierig. Zusätzliche Bereiche im Dach müssen erneuert werden, im Saal werden Fachwerkteile ausgetauscht, dazu kommen zwei Stahlträger, die die Außenwände stabilisieren sollen.
Mehr Ordnung und kontrolliertes Zelten
Für Schmidt ist das städtische Engagement ein wichtiges Signal. Er zieht zum Saisonende eine positive Bilanz: „Wir sind voller Optimismus. Über die Sommermonate war die Insel gut besucht.“ Das mache Mut für die nächsten Schritte. Im Nutzungskonzept sind neben Gasthaus mit Terrasse und Küche neue Sanitäranlagen und ein Bereich für begrenztes, kontrolliertes Zelten angedacht. Auch Kanuten und Schulklassen will Schmidt stärker auf die Insel holen. Die Richtung ist klar: „Mehr Angebote, mehr Leben, aber vor allem mehr Ordnung auf Kaninchenwerder.“
Kritik an Hafenvergabe
Zündstoff liefert aktuell der Hafen. Die Stadt hatte die Anlage für 3,4 Millionen Euro erneuert. Künftig soll der Hafen vom Inselpächter bewirtschaftet werden. Genau daran entzündet sich Kritik. Eine Petition fordert, den Bootsanleger dauerhaft in öffentlicher Hand zu belassen. Szenarien, wonach nur begrenzt Boote anlegen können, werden darin beschrieben. Schmidt hält die Aufregung für überzogen. „Der Hafen auf Kaninchenwerder ist und bleibt der Öffentlichkeit zugänglich“, sagt er. Nach seinen Angaben ist die Anlage für 40 Boote ausgelegt, tatsächlich könnten aber nur zehn bis 15 Boote vernünftig festmachen. Das Problem: „Viele Tagesgäste kommen mit kleineren Booten, die an den vorhandenen Dalben kaum anlegen können.“ Schmidts Vorschlag: „Die Dalben gegen Pontons tauschen.“ Bezahlen wolle er das selbst. Sein Ziel: „Wirklich nutzbare Liegeplätze und ein Hafen, der öffentlich besser funktioniert.“
Die Stadt bestätigt solch ein Ideenpapier und dass sie weiter mit Schmidt verhandelt. „Es geht um einen langfristigen Pachtvertrag für die Insel Kaninchenwerder“, erklärt Pressesprecherin Michaela Christen. In den Gesprächen gehe es um die Bewirtschaftungsaufgaben, die Unterhaltung der Gebäude und Anlagen sowie um die Rahmenbedingungen. Ziel bleibe, die Verhandlungen noch im Jahr 2026 zum Abschluss zu bringen.
Hafen bleibt offen, Gebühren wie in der Region
Auch beim Hafen ist die Linie aus dem Rathaus erkennbar: Die „Verantwortlichkeiten für Insel und Hafen bündeln“, einen geordneten Betrieb sichern. Gleichzeitig betont die Stadt, dass der Hafen auch in Zukunft für Sportbootfahrer und Tagesgäste offen bleiben soll: „Die Gebühren sollen sich an vergleichbaren Anlagen am Schweriner See orientieren.“ Noch seien dafür rechtliche und vertragliche Fragen zu klären. Hinzu kommen Abstimmungen mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe sowie mit der Fördermittelbehörde.
Bei Änderungen innerhalb des Hafenbeckens zeigt sich die Stadt offen. Diese seien aber nur möglich, wenn sie mit „Wasserrecht, Naturschutz, weiteren Vorgaben und den Förderbedingungen vereinbar sind“, heißt es. Aus kommunaler Sicht will die Stadt Kaninchenwerder als Anlaufpunkt für Touristen und Bürger weiterentwickeln und setzt dabei auf Kontinuität.