Zirkusprojekt in Brüel: Kinder werden zu Stars in der Manege
Zirkusprojekt in Brüel: Kinder werden zu Stars

In Brüel sind Schüler der ersten bis sechsten Klassen sowie Vorschüler zu Stars in der Manege geworden. Drei Tage lang verwandelte sich das Zirkuszelt nahe der ehemaligen Stadthalle in eine Bühne für Nachwuchsartisten, Clowns, Jongleure, Fakire und Zauberer.

Drei Tage Zirkus statt Schule

Das Chapiteau, wie das Zelt fachsprachlich heißt, wurde bereits am Samstag aufgebaut. Dabei halfen die Eltern mit. „Das Wetter war ja nicht so toll, da haben wir ganz schön geduscht“, erzählt Zirkusdirektor Andre Sperlich. Mit vereinten Kräften schafften sie es aber und nach einer Stunde und 50 Minuten stand das rote Zirkuszelt an der ehemaligen Brüeler Stadthalle schließlich.

Drei Tage lang lernen die Kinder hier statt Mathe und Deutsch, wie sie selbst zu Artisten, Clowns, Jongleuren, Fakiren und Zauberern werden. Dafür werden sie in Gruppen eingeteilt. „Wir bieten verschiedene Darbietungen an. Da ist Akrobatik dabei, Jonglage, Zauberei, Clownerie, Seilkunst, Schwarzlichtartistik und eine Piratenshow“, verrät Andre Sperlich. Bei der Feineinteilung können sich die Kinder für die einzelnen Darbietungen qualifizieren. „Insbesondere beim Trapez wird genau hingeschaut. Da müssen sie sehr fit sein“, so der Zirkusdirektor. Anschließend üben sie zusammen mit ihren Trainern in zwei Einheiten das Programm.

Kinder werden zu Zirkuskünstlern

Seit 2005 läuft das Projekt bereits. Mehrere Zirkusse deutschlandweit beteiligen sich daran. So auch der 1. Ostdeutsche Projektcircus von Andre Sperlich aus der Nähe von Lutherstadt Wittenberg. Jährlich werden 35 bis 42 solcher Projekte umgesetzt. Die Tournee startet jeweils im Februar und endet im November. Bereits zwei Jahre vorher müssen sich die Schulen anmelden. Ein Manager plant die Tour und achtet auf die Wirtschaftlichkeit, indem die Teams nicht zu weite Strecken zwischen den einzelnen Terminen zurücklegen müssen. So ist parallel etwa ein Team in Dresden und eins im Raum Erfurt unterwegs.

Zum Auftakt der besonderen Projektwoche dürfen sich die Kinder am Montag über eine Aufführung der Profis freuen. Besonders die Clowns sorgen für Lacher und der Feuerschlucker für staunende Gesichter. Einer der Höhepunkte ist der Auftritt des Messerwerfers. Hierfür wird auch die Grundschulleiterin Ute Güttler spontan eingebunden. Ganz wohl ist ihr offensichtlich nicht bei der Sache, aber sie macht ohne Zögern mit. Regungslos steht sie am Brett, während die Messer dicht neben ihr im Holz einschlagen. „Man hat richtig den Wind gemerkt“, sagt sie, als sie wohlbehalten aus der Manege kommt.

Ein Projekt für Gemeinschaft und Selbstbewusstsein

Für die Schüler sei es ein tolles Projekt, so Ute Güttler. „Die Gemeinschaft wird gestärkt und Kinder, die sich sonst eher wenig zutrauen, blühen hier richtig auf und können zu Stars der Manege werden.“ Zudem vereint es mehrere Jahrgangsstufen vom Kindergarten über die Grundschule bis zur Regionalschule, die zusammen etwas erarbeiten und präsentieren.

Nach der Generalprobe am Mittwoch zeigen die Kinder vor Publikum am Mittwoch, Donnerstag und Freitag jeweils von 17 bis 19 Uhr ihre einstudierten Nummern. In erster Linie sind Eltern, Verwandte und Bekannte eingeladen zuzuschauen. Aber auch alle anderen Zirkus-Fans können die Show verfolgen und die Nachwuchskünstler mit Applaus belohnen.