Stall-Ruine in Zepkow: Aus Rinderstall wird Hühnerfarm mit 200.000 Tieren
Stall-Ruine in Zepkow wird zur Hühnerfarm mit 200.000 Tieren

In Zepkow bei Röbel entsteht aus einer ehemaligen Rinderstall-Anlage aus DDR-Zeiten eine große Hühnerfarm. Auf dem rund 20.000 Quadratmeter großen Gelände, auf dem zu DDR-Zeiten 6000 Jungrinder standen, sollen künftig 200.000 Hühner in fünf Ställen leben. Der Eigentümer und Betriebsleiter der Agrar GmbH Zepkow, Dr. Karl-Heinrich Niehoff, plant außerdem fünf bis zehn neue Arbeitsplätze.

Vom Rinderstall zur Hühnerfarm

Die letzten Rinder hatte Niehoff 2019 zum Schlachthof bringen lassen. Seitdem standen die Scheunen in Zepkow nahe der A19 weitgehend leer. Nun soll der Standort eine neue Zukunft bekommen. Die Tiere werden deutlich kleiner sein als die früheren 3000 Mastrinder, die Niehoff seit 1997 in den von ihm gekauften Ställen hielt.

Die Hühner sollen in der sogenannten Haltungsform 3 leben. Das bedeutet: Sie können in den Ställen frei laufen und haben einen „Wintergarten“, einen mit Gaze umzäunten Auslauf. Rund 40 Tage bleiben die Küken bis zum Schlachten, dann wiegen sie etwa 1800 Gramm. Auf die Haltungsform 4, also Bio, setzt Niehoff nicht – die 3 sei gut für alle.

Gemeinderat stimmte nach anfänglichen Problemen zu

Der Gemeinderat hat dem Vorhaben nach Angaben Niehoffs im zweiten Anlauf zugestimmt. Die anfängliche Ablehnung habe nicht am Plan selbst gelegen, sondern an „einigen kleinen Problemen“, die inzwischen aus der Welt geschafft seien. Zepkows Bürgermeister Manfred Pitann (Bündnis für Eldetal) freut sich, „dass es von solchen Ruinen nun bald eine weniger geben wird“. Dorfbewohner hätten sich nicht über das Vorhaben beschwert.

Künstliche Intelligenz überwacht die Tiere

In den neuen Ställen wird auch Künstliche Intelligenz (KI) Einzug halten. Kameras beobachten die Tiere und melden, wenn es einem nicht gut geht. „Das ist heute Standard“, sagt Niehoff. Früher hätten Menschen die Ställe kontrolliert, aber nicht rund um die Uhr wie die KI. Auch bei den Überlegungen zur künftigen Betriebsform habe ihn die KI „gut beraten“.

Niehoff, der 1991 aus Hannover in den Nordosten kam und das Gut Bütow aufbaute, sieht in dem Projekt einen Beitrag gegen die Entvölkerung des ländlichen Raumes. Die wirtschaftlichen Jahre von 2015 bis 2018 seien schwierig gewesen, die Relation zwischen Kosten und Erlösen unbefriedigend. Doch dichtmachen wollte er nicht: „Es gab schon genug solcher Ruinen.“