In Malchin beginnt eine besondere Heizsaison: Noch in diesem Jahr sollen die beiden neuen Heizkessel im Biomasseheizwerk in der Basedower Straße in Betrieb gehen. „Die beiden Kessel sind schon eingebaut und müssen jetzt noch angeschlossen werden“, sagt Robert Drewes, der Malchiner Niederlassungsleiter des Unternehmens energicos, das in Malchin das Fernwärmenetz betreibt.
Umstellung von Heu auf Holzhackschnitzel
Bisher wurden die an das Fernwärmenetz angeschlossenen Malchiner Wohnungen mit Heu und Gräsern aus den umliegenden Niedermoorwiesen beheizt. 2024 war damit Schluss. Diese Heiztechnik sei den Anforderungen nicht mehr gewachsen, hatte energicos mitgeteilt und begann mit einer aufwendigen Umrüstung. Die beiden Heizkessel in der Basedower Straße werden künftig mit Holzhackschnitzeln betrieben.
Für die Fernwärmekunden werde sich damit zunächst nichts ändern, sagt Drewes. „Sollte jemand von der Umstellung etwas mitbekommen, dann wäre etwas schiefgelaufen.“ Auch bei den Fernwärmepreisen werde sich zunächst nichts ändern. „Es ist unser Ziel, die Preise stabil zu halten und zu zeigen, dass Fernwärme auch günstig geht“, sagt Drewes. Dazu solle das Versorgungsnetz digitalisiert werden, um zum Beispiel die Hausanschlussstellen effizient steuern zu können.
Gas bleibt als Reserve
Auf dem Gelände des Heizwerkes liegen bereits zwei große Berge von Holzhackschnitzeln bereit. Künftig solle der Brennstoff wie zuvor das Heu aus der Malchiner Umgebung kommen. „Wir sind dazu im Gespräch mit Landwirten und lokalen Anbietern in der Region“, erklärt der Niederlassungsleiter.
Während der Umbauphase liefert noch das Heizhaus an der Grundschule Wärme, das mit Erdgas betrieben wird. Völlig vom Gas verabschieden will sich der Wärmeversorger auch künftig nicht: „Bei Spitzenlast und sollten einmal Probleme auftreten, können wir weiterhin Gas einsetzen.“
Alte Heizhäuser werden abgerissen
Das Heizhaus an der Grundschule wird dann ebenso wie das bereits stillgelegte Pendant an der Regionalschule nicht mehr benötigt. Beide sollen abgerissen werden. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt hat bereits grünes Licht für die neuen Heizkessel gegeben. Erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt seien nicht festgestellt worden; die Behörde hatte besonders auf Luftschadstoffe, Schall und Gerüche kontrolliert.